Pico schnappt Gwenny das Leckerli weg
Sibylle Ströbele trainiert mit Herrchen und Hunden den Besuch in der Innenstadt
Pico ist heute besonders quirlig. Der Zwergschnauzer schnuppert an jeder Ecke, lässt sich von Geräuschen ablenken und mag sich nicht so richtig auf die Übungen konzentrieren. Tim Weiß beugt sich zu ihm herab, spricht beschwichtigend auf den Hund ein und versucht, ihn zu beruhigen. Tim ist zwölf Jahre alt und besucht mit Pico einmal in der Woche einen Erziehungskurs der Hundeschule. Gemeinsam mit vier anderen Hunden lernt Pico, sich in der Innenstadt anständig zu verhalten und auf Tim zu hören. Trainingsort ist die Sigmaringer Fußgängerzone.
„Pico ist ein wirklich lebhafter Hund und lässt sich leicht ablenken“, sagt Tims Mutter Christine Weiß. Sie fährt Sohn und Hund aus ihren Heimatort Ölkofen zur Hundeschulstunde, hält sich dort aber im Hintergrund. „Das ist Tims Aufgabe, ich möchte nur mitbekommen, wie weit Pico ist und was wir noch üben müssen.“ Gerade ein Spaziergang, bei dem man viele Menschen, Autos und andere Hunde trifft, falle mit dem einjährigen Zwergschnauzer oft noch schwer. „Aber am Wochenende waren wir mit der ganzen Familie in einem Café, das hat mit Pico total super geklappt. Er war ganz lieb“, berichtet Christine Weiß.
Hundetrainerin Sibylle Ströbele hat ihre Augen überall. Sie passt auf, dass Tim Pico im richtigen Moment lobt und mit ihm noch eine Extrarunde dreht, wenn Pico zu sehr an der Leine gezogen hat. „Das ist wichtig, weil sich Fehler einschleichen können, die man selbst gar nicht so merkt“, weiß Christine Weiß. Die fünf Hunde in der Gruppe kennen sich ein wenig. Wenn völlig fremde Hunde vorbeikommen, sind die natürlich gleich viel interessanter.
„Jetzt werde ich fies“, sagt Ströbele grinsend und zieht ein Stück Lammfell aus der Jackentasche. Wenn sie es an einem Band hinter sich herzieht, könnte es auch eine Maus sein, die über die Steine vor dem Rathaus huscht. Die fünf Hunde sollen sich in einer Reihe hinsetzen und sich nicht von dem Fellfetzen beeindrucken lassen, der vor ihrer Nase vorbeigezogen wird. Das funktioniert: Die Golden Retriever Gwenny und Sissi wenden zwar den Kopf, zucken aber nicht. Pico ist jetzt ganz auf Tim fixiert und besteht die Prüfung.
Gehorsam ist auch bei der nächsten Übung gefordert. Vor jedem Hund liegt ein schmackhaftes Leckerli auf dem Boden, das nicht angerührt werden darf. Der Reihe nach führen die Hundebesitzer ihre Tiere an den anderen vorbei. Pico trippelt los und schwupps – so schnell kann Tim gar nicht gucken – hat Pico das Leckerli von Gwenny verspeist. Die bleibt aber ruhig und schaut nur verdutzt. „Och Pico, musste das sein?“ Tim ist schon ein wenig enttäuscht. Eine Minute später wird Pico aber schon wieder geknuddelt. Und Tim weiß, was er zu Hause üben kann.
„Sissi hatte am Ende keine Lust mehr“, stellt Angelika Kessler aus Hohentengen fest. So eine Stunde fordere eben die volle Konzentration. Sissi hat schon viel Hundeschul-Erfahrung, schon mit zehn Wochen spielte sie mit anderen Welpen. „Aber vor kleinen Kindern hat sie Angst“, so Kessler. Weil sie aber bald Oma würde, könnte sich das Problem vielleicht von allein lösen.
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Am 28. Januar erschien im Südkurier ein Artikel über den Besuchshundedienst der Malteser im Landkreis Sigmaringen:
"Lesley" erobert Kinderherzen
Im Landkreis Sigmaringen gibt es fünf ausgebildete Malteser-Besuchshunde-Teams, die sowohl Schulkinder, aber auch alte Menschen dazu bringen, ihre Herzen zu öffnen.
Lesley. Sie sorgen dafür, dass sich Menschen öffnen und Vertrauen finden.
Ströbele ein- bis zweimal pro Woche zu Besuchsdiensten. Heute steht der Besuch
einer Klasse der Lassbergschule in Sigmaringen an. Lesley ist die Vorfreude auf den Besuch bereits auf dem Parkplatz anzumerken. „Lesley würde den Weg in die Klasse auch alleine finden, sie ist die Hauptperson“, lacht Sibylle Ströbele. Die Lassbergschule ist eine Schule für Körperbehinderte Kinder als Außenstelle des KBZO (Stiftung Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben). Außerdem befindet sich in der Schule
ein integrativer Schulkindergarten, eine Schule für Sprachbehinderte Kinder und das Hör-Sprachzentrum-Altshausen. Lesley ist der „Klassenpatenhund“. Die Kinder freuen sich auf den Besuch. Gabriel hält bereits an der Scheibe Ausschau nach Lesley, Fabian findet die Begegnung mit dem Hund spannend. Der Besuch beginnt mit der Kontaktaufnahme durch eine Begrüßungsrunde, bei dem jedes der Kinder Lesley ein Leckerli aus der Hand oder mit einem Futterrohr gibt, inklusive der ersten Streicheleinheiten. Danach verstecken die Kinder einen Futterdummy, den Lesley blitzschnell findet, auch wenn Sibylle Ströbele dem Hund die Augen zuhalten soll. Selbst die in Kunststoffboxen versteckten und aufgestapelten Leckerlis findet der intelligente Hund fix. Dann stellen sich die Kinder in einer Reihe auf, und Lesley flitzt geduckt durch ihre geöffneten Beine.
Sarah will Lesley am Bauch streicheln. Diese legt sich bereitwillig zur Seite. „Schade, dass du gehst“, bedauert David und streicht über Lesleys weiches Fell. Nach etwa 45 bis 60 Minuten endet der Besuch.
Beim Besuch sind Lehrerin Annemarie Brükner und manchmal auch Physiotherapeut Florian Senn dabei. „Die Kinder können die Wochentage besser einordnen, Ängste werden abgebaut. Die Fähigkeit, auf jemanden zuzugehen wird gefördert“, sagen sie über die positiven Auswirkungen der Besuche des Hund-Mensch-Teams. Sibylle Ströbele studierte Grund- und Hauptschullehrerin sowohl mit einer heilpädagogischen als auch einer sozialpsychiatrisch-systemischen Fortbildung. Seit fünf Jahren ist sie selbständig und betreibt eine Hundeschule in Sigmaringen. „Ich bin bereits seit 1993 Mitglied der Malteser in Sigmaringen. Nun interessierte ich mich dafür, die Malteser in einem Bereich zu unterstützen, wo ich meine Hunde mit einbeziehen kann. Dafür bot sich die Besuchshundearbeit an“, erklärt sie. Der Besuch des Malteser-Besuchshundes ist für die Einrichtung kostenlos. Besuche finden im gesamten Landkreis Sigmaringen statt, bei Bedarf werden auch Privatpersonen besucht. Die Besuchshunde bringen Abwechslung in den Alltag, bieten Gesprächsanlass, wecken bei alten Menschen Erinnerungen, öffnen Herzen, überwinden soziale Barrieren, fördern das Selbstvertrauen der Kinder. Der Hund hat an den Besuchen normalerweise viel Spaß. Das sollte auch so sein. Schließlich wird er gefüttert, gestreichelt, mit ihm gespielt. Gleichzeitig ist so ein Besuch für den Hund natürlich auch anstrengend, so dass es sehr wichtig ist, dass der Hundeführer die Stressanzeichen seines Hundes kennt und darauf achtet. Danach sollte der Hund die Möglichkeit bekommen, einen gewissen Ausgleich zum Besuch herzustellen. „Lesley und ich zum Beispiel laufen im Anschluss an unsere Besuche immer eine große Runde. Lesley rennt sich dann frei“, so Sibylle Ströbele. Sie selbst lässt dabei das Erlebte Revue passieren.
Im Landkreis Sigmaringen gibt es derzeit fünf ausgebildete Malteser-Besuchshundeteams. Ab März sollen weitere Hund-Mensch-Teams ausgebildet werden. Ob ein Hund für die Besuchshundearbeit geeignet ist oder nicht, wird vor der Ausbildung in einem speziellen Wesenstest gründlich geprüft. Die Ausbildung der Besuchshunde erstreckt sich über vier Monate. Hierfür findet am Freitag, 02. März um 19 Uhr ein Infoabend in der Malteser-Dienststelle, Allee 9 in Sigmaringen statt. Ansprechpartnerin für Hundebesitzer, die Interesse an einer Mitarbeit haben oder Einrichtungen, die den Wunsch nach einem Besuch des Hundeteams haben, ist Sibylle Ströbele.
Die Bilder sind bei Aufgabe 2 (Richter G. Matter) beim WT "Dreiländereck" entstanden.
Die Aufgabe befand sich an einem Wiesenhang, es wurde hangaufwärts gearbeitet.
In ca. 40-50 Metern Entfernung fand ein Treiben statt. Es wurde mehrfach geschossen und vier Dummies fielen in hohen, dichten Bewuchs. Auf Freigabe des Richters sollten zwei Dummies gearbeitet werden.
"Ein Hund im Haus hat etwas Verführerisches. Nur zu leicht ist ein Mensch geneigt zu vergessen, dass sein Hund immer und vor allem ein Hund ist."
(Eric H.W. Aldington)
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"Um in der Hundeerziehung erfolgreich zu sein, muss man den Hund als das behandeln, was er ist: Ein Hund." Carl Spitz
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